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Rob Stijlen
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Home | Newsletter | UPDATE 1 | 2019 | Bereit für Windows 10 Evergreen?
4. März 2019

Bereit für Windows 10 Evergreen? Wie die halbjährlichen Update-Zyklen den Digital Workplace in der Life Sciences beeinflussen

Im Januar 2020 läuft der Microsoft­ Support für Windows 7 aus und zwingt spätestens jetzt Firmen zum Umstieg auf Windows 10. Dies haben Viele aufgrund der hohen Komplexität und der damit verbundenen grossen Herausforderungen aufgeschoben, denn das neue Windows 10 Evergreen-Konzept, welches in kurzen Zyklen neue Versionen bereitstellt, schafft neue Aufgaben und Pflichten.

Windows 10 Evergreen in Kürze

Statt eines grossen Release alle paar Jahre wird es mit Windows 10 halbjährliche Updates, sog. Semi-Annual-Channel-Releases (SAC) geben, die nur für einen begrenzten Zeitraum unterstützt werden. Daher gilt es, rechtzeitig auf das jeweils aktuellste SAC-Release umzustellen, um sich weiterhin Support zu sichern und die Compliance durch monatliche Security Patches und Bug Fixes zu gewährleisten.

 

Auswirkungen auf die Life Sciences

Die künftig halbjährlichen Updates (SAC-Releases) erfordern häufigere und schnellere Rollouts, deren Auswirkungen sich weit über die Ebene des Betriebssystems hinaus erstrecken. Werden diese nicht oder nicht umfassend genug und als Teil der Betriebsprozesse implementiert (vgl. Abb.), birgt dies für das gesamte Unternehmen erhebliche Risiken. Diese können beispielsweise sein:

  • Funktionsausfall unternehmenskritischer Applikationen oder Hardware durch Inkompatibilität zum SAC-Release
  • Angreifbarkeit der Geräte aufgrund fehlender Sicherheits-Updates
  • Dokumentation ist nicht konform zu den Anforderungen an die Validierung
  • Hohes operationales Arbeitsaufkommen und Verzögerungen beim Rollout eines Feature-Updates aufgrund fehlender Prozesse und unklarer Rollen
  • Benefits neuer Features können aufgrund fehlenden Trainings nicht realisiert werden

 

Bereit für Windows 10 Evergreen?

Abb.: Ausgelöst durch die Änderungen auf der Ebene des Betriebssystems sind Anpassungen auf den Ebenen People, Applications und Hardware notwendig. Nur so kann ein Wechsel vom roten Projektmodus zum grauen Prozessmodus (Operations) gelingen.

Nur wenn Evergreen als ganzheitliche Herausforderung – nicht nur für die IT, sondern für das gesamte Unternehmen – verstanden wird, können diese Risiken minimiert und die Vorteile des neuen Microsoft-Konzepts genutzt werden. Dies ist eine unerlässliche Grundlage für den Digital Workplace der Zukunft.

 

Umsetzung in der Praxis

Nur durch einen weitreichenden Ansatz sind die Auswirkungen auf die Bereiche People, Applications und Hardware bei jedem Release-Zyklus zu berücksichtigen. Dies kann nur funktionieren durch eine neu zu schaffende Koordinationsinstanz. Erschwerend kommen für die Pharma- und Medizinproduktbranche insbesondere im Prozessumfeld die regulatorischen Anforderungen hinzu, die bei jedem Update berücksichtigt werden müssen und zum Beispiel die Re-Validierung von Applikationen erfordern. Dadurch, dass sich die Releases in kurzen, regelmässigen Abständen auf verschiedenste Ebenen auswirken, bedarf es eines grundlegend neuen Ansatzes: weg vom Projektmodus hin zu Rollouts, die unabhängig von der SAC-Supportlaufzeit fest im Tagesgeschäft bzw. Betrieb verankert sind.

Im regulierten Umfeld werden unterstützte Betriebssystemversionen in aller Regel vom Softwarehersteller vorgegeben. Wird die Applikation nicht vom Betriebssystem entkoppelt, erfordert jedes Release einen Change Request und damit einen nicht unerheblichen Zusatzaufwand. Wir empfehlen Life Sciences Unternehmen daher, zunächst lediglich das Herbst-Update auszurollen (Supportlaufzeit von 30 Monaten statt jeweils nur 18 Monate für das Frühjahrs-­Update). Mit einem jährlichen Rhythmus besteht ausreichend Zeit für die erforderlichen Tests sowie die nötigen Anpassungen.

Wichtig ist, sich bewusst zu machen, dass Evergreen nicht nur ein Update-Konzept des Betriebssystems ist. Es handelt sich vielmehr um einen gänzlich neuen Ansatz, der in Folge durchaus grundlegende Anpassungen einzelner Unternehmensprozesse erfordert. Nur wenn Evergreen als Prozess statt als Projekt verstanden wird, kann mit den regelmässigen Updates Schritt gehalten werden.

Massimo Eucalipto, Matthias Obert


 

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