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Home | Change und Risk Management in Continuous Process Validation
19. Februar 2016

Change und Risk Management in Continuous Process Validation

… ist ein Thema mit viel Potential hinsichtlich des neu in Kraft gesetzten Annex 15.

Die Pharmaindustrie spricht seit Monaten über dieses Hot Topic, aber was macht die Inkraftsetzung der neuen europäischen Guideline, dem Annex 15, so besonders?

Die neue Richtlinie ist einen Paradigmenwechsel, wobei die „Guideline for Industry, Validation: General Principles and Practices“ der seit Januar 2011 gültig, bereits die gleichen Inhalte propagiert – ein 3 Stufen Modell, das sehr früh in der Entwicklung eines Produktionsprozesses beginnt:

  • Stage 1 – Process design: Definition des kommerziellen Herstellungsprozesses, basierend auf den Erkenntnissen und Daten aus Entwicklung und Scale-up-Studien
  • Stage 2 – Process qualification: Evaluierung des Prozess Designs hinsichtlich Prozessfähigkeit und Reproduzierbarkeit
  • Stage 3 – Continued process verification: Kontinuierliche Kontrolle (Monitoring) des Prozesses zur Sicherstellung der Einhaltung der definierten Prozess- und Qualitätsparameter

Die Guideline for Industry erlaubte jedoch auch weiterhin die Datengenerierung durch eine etablierte Prozessvalidierung mittels drei Conformance Lots, welche beprobt, getestet und statistisch ausgewertet wurden. Dies wurde auch von den Behörden bei Einreichungen und Audits anstandslos akzeptiert, da die Umstellung der klassischen Prozessvalidierung auf CPV (Continuous Process Validation) eine langwierige ist.

CPV Product Life Cycle

Grafik: Produkt-LifeCycle

Um den dreistufigen Ansatz bis hin zur CPV umsetzen zu können, müssen erst die Gegebenheiten in den Development Organisation der Unternehmen geschaffen werden.

Quality by Design ist das Werkzeug, um an das Prozess Design heran zugehen, den Prozess kontrolliert und dokumentiert weiterzuentwickeln und die CQAs (Critical Quality Attributes) sowie die CPP (Critical Prozess Parameter) mittels PFMEA (Process Failure Mode and Effects Analysis), basierend auf dem bereits erworbene Prozesswissen, festzulegen.

Die PPQ (Process Performance Qualification), vergleichbar mit der klassischen Prozessvalidierung, wird am Ende der 2. Stufe durchgeführt und soll die Prozessfähigkeit und Prozessreproduzierbarkeit belegen.

Continous Process Validation, die dritte Stufe, bedeutet die kontinuierliche Überwachung des Prozesses und (statistische) Auswertung der generierten Daten, inklusive der erhaltenen Daten aus Stability Studien und Studien, die sich aus Non Conformities und Complaints ergeben.

 

Der grosse Vorteil des dreistufigen Ansatzes ist die bereits statistisch auswertbare Datenmenge bei Durchführung der PPQ.

Dies ergibt ein erheblich klareres und exakteres Bild des Prozesses, das wiederum dem Anspruch der Behörden entgegenkommt.

In unserem Expertenreferat an der Fachtagung „Continuous Process Validation“ der ChemAcademy am 29. Februar 2016 werden wir uns ausführlich mit dieser dritten Stufe beschäftigten. Darüber hinaus werden wir über die Vorteile des verbesserten Ansatzes gegenüber dem traditionellen beleuchten und über die Wichtigkeit von Change Control Management und Risk Management gemäss ICH Q9 sprechen.

Hier finden Sie mehr Informationen zur Fachtagung der ChemAcademy und unserem Expertenreferat zu “Change and Risk Management in Continuous Process Validation“.