Arcondis AG - Art of Consulting and Development for Information Systems

CMMI for Services 1.2

Im Februar 2009 wurde das Framework CMMI for Services Version 1.2 vom Software Engineering Institute (SEI) herausgegeben. Das SEI entwickelte auch bereits das weltweit genutzte CMM (Capability Maturity Model) und dessen Nachfolger CMMI (CMM Integration). In seinen generischen Strukturen knüpft das neue Werk CMMI for Services vollständig an seine Vorgänger an. Inhaltlich orientiert es sich teils an CMMI und an bereits bestehenden de-facto Standards1 wie ITIL v3, ISO/IEC 20000, COBIT 4.0 und ITSCMM. Konkret zeigt sich dies in 8 von 24 Prozessgebieten, die für diese Veröffentlichung auf den genannten de-facto Standards basierend für das Gebiet Service Management „neu verfasst“ wurden und die anderen aus CMMI übernommen wurden. Somit ist CMMI for Services keine Innovation, sondern der Versuch einer serviceorientierten Integration der oben genannten de-facto Standards. Sehen Sie hierzu auch das von Arcondis erstellte Mapping von CMMI for Services Prozessgebieten mit den umfangreichen ITIL v3 Prozessen. Eine Farblegende finden Sie unten.

Mapping von CMMI for Services Prozessgebieten mit den umfangfreichen ITIL v3 Prozessen

Die verschiedenen Best Practices konnte Arcondis in vielfältigen Projekten für verschiedene Unternehmen je nach Bedarf teilweise, gänzlich oder integriert definieren und etablieren. Für bestehende Prozesslandschaften (z.B. im Rahmen von Qualitätsmanagementsystemen) wurde ein umfassendes und integriertes Prozessreifegrad-Assessment entwickelt anhand dessen auf Basis der oben genannten de-facto Standards die Servicefähigkeit und der IT-Reifegrad bei Kunden gemessen und Verbesserungsmaßnahmen umgesetzt wurden.

Der Bedarf für solch umfassende und integrierte Betrachtung der IT ist also gegeben und somit ist ein integriertes Framework durchaus sinnvoll! Stellt sich die Frage nach der Qualität und Anwendbarkeit des "neuen Frameworks".

Nach Auseinandersetzung mit dem Framework haben wir den Eindruck, dass:

  • Part One sich offenkundig alleine mit Aufbau und Struktur auseinandersetzt, welche bereits tiefgehend in CMM und ITSCMM formuliert sind
  • Part Two mit seinen Specific Practices, sich teils wie eine umformulierte Abschrift von ITIL Prozessen ließt
  • keine Transparenz darüber besteht aus welchem de facto Standard welche Abschnitte, Prozesse oder Aktivitäten weshalb verwendet wurden
  • keine Transparenz darüber besteht aus welchem Grund einzelne Prozesse auf Maturity Level 3 und andere auf Level 2 eingestuft sind
  • wieder einmal nur bis auf die Ebene der Prozesse Reifegrade vergeben wurden, wobei Unternehmen i.d.R. den Bedarf haben zu wissen welche Aktivitäten wie und in welchem Maße essentiell für den Prozess sind, erst dies ermöglicht eine punktgenaue SWOT-Analyse und Optimierung des Prozesses
  • Prozessgebiete aus strategischen Bereichen teils vorhanden sind (Strategieableitung und Service Level Mgmt. vermengt) und teils nicht vorhanden (Bsp. Financial Management), warum ist allerdings nicht ersichtlich 

Fazit: In der heutigen IT-Industrialisierung und der Betrachtung ihrer Servicefähigkeit, ist eine umfassende und integrierte Betrachtung der IT Prozesse zur Realisierung von effektiven und effizienten Abläufen mitunter erfolgsentscheidend für jeden CIO oder IT-Leiter. Eine Prüfung der Servicefähigkeit und IT-Prozesslandschaft ist ideal anhand eines Reifegrad-Assessment zu prüfen und kann gleichzeitig zur kontinuierlichen Prüfung und Verbesserung verwendet werden. Wichtig ist dafür aber, dass das Assessment auf einem praxisbezogenen und lückenlosen Rahmenwerk basiert, welches wir in CMMI for Services aus den genannten Gründen nur in Teilen erkennen können.

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